Igel in Gefahr

Der Kanton Wallis startet Projekt zur Igelzählung und Sensibilisierung

Studien in verschiedenen Kantonen zeigen, dass die Igelpopulation in den letzten zwei bis drei Jahrzehnten stark rückläufig war. Angesichts dieser Tatsache will sich die Dienststelle für Wald, Flussbau und Landschaft (DWFL) einen besseren Überblick über die Lage der Igelpopulationen im Wallis verschaffen. Darum lanciert sie ein Projekt zugunsten des Igels, das in einer ersten Phase, unter dem Titel «Igel gesucht», in Zusammenarbeit mit den Gemeinden Brig-Glis, Sitten, Martinach und Monthey durchgeführt wird.

Als nachtaktiver Jäger ernährt sich der Igel von Insekten, Spinnen, Nackt- und Schalenschnecken. Trotz seiner Anpassungsfähigkeit scheint er heute durch die rasante Zunahme menschlicher Aktivitäten stark unter Druck zu geraten. Die Verdichtung des Strassennetzes, aber auch der Einsatz von Insektiziden in der Landwirtschaft und auf städtischen Grünflächen beeinträchtigen das Ressourcenangebot, das der Igel zum Leben braucht. Ursprünglich auf Wiesland und im Untergehölz heimisch, sucht der Igel immer öfter in Pärken und Gärten der Agglomerations- und Stadtgebiete Zuflucht.

Studien aus anderen Kantonen in der Schweiz und aus verschiedenen europäischen Ländern zeigen, dass die Igelbestände in weniger als drei Jahrzehnten deutlich zurückgegangen sind. In Zürich soll der Bestand demnach in 25 Jahren um 40 Prozent zurückgegangen sein, und es ist anzunehmen, dass es sich im Kanton Wallis ähnlich verhält. Deshalb lanciert die DWFL ein Projekt zugunsten des Igels, dessen erste Phase «Igel gesucht» heisst.

Dem Igel auf der Spur

Bis dato gibt es für das Wallis keine präzisen Angaben zu den Populationen dieser Tierart, für deren Schutz der Kanton sorgen muss. Um geeignete Massnahmen evaluieren zu können, braucht es aktualisierte Daten zu den Bestandesgrössen der Art und deren Verbreitungsgebiet. Das Ziel des Projekts in dieser Startphase ist es, die in den Städten Brig-Glis, Sitten, Martinach und Monthey lebenden Igel mittels Spurentunnels in Privatgärten und auf öffentlichen Grünflächen aufzuspüren. Spurentunnels sind kleine, mit einem Tintenkissen und Papier ausgelegte Röhren. Wenn ein Igel den Tunnel passiert, hinterlässt er Pfotenabdrücke und kann so erfasst werden. Für die Kontrolle solcher Spurentunnels sollen Freiwillige eingesetzt werden. Im Übrigen wird die Bevölkerung im ganzen Kanton dazu aufgerufen, Igelbeobachtungen auf der folgenden Plattform zu melden: wallis.wildenachbarn.ch.

Im Rahmen dieses Projekts sucht die DWFL also Freiwillige, die sich jeweils um einen von zehn Tunnels, die in jedem Siedlungsgebiet der Gemeinden Brig-Glis, Sitten, Martinach und Monthey aufgestellt werden, kümmern möchten. Das wäre ein Arbeitseinsatz von eineinhalb bis zwei Stunden an sechs aufeinanderfolgenden Tagen im Zeitraum von Juni bis August 2020. Genauere Informationen finden Interessierte auf der Internetseite: wallis.wildenachbarn.ch/tiere/wallis/igel-gesucht.

 

Kontaktperson

Barbara Molnar, Biologin bei der Dienststelle für Wald, Flussbau und Landschaft, Sektion Natur und Landschaft, 027 606 32 21

 

Beobachtungsmeldeplattform: wallis.wildenachbarn.ch

 

Medienmitteilung zum Herunterladen unten an der Seite.

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